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Das Lehrerraumprinzip an der NAO-Schule Nastätten – Schule geht neue Wege

Von  Jonas Zinnel

 

Der 19. August 2013 könnte vielleicht einer dieser Tage werden, die in die Geschichte eingehen. Wenn auch nur in die Geschichte der NAO-Schule Nastätten. Sicher ist zumindest, dass mit diesem Montag nicht nur das Schuljahr 2013/2014 beginnt, sondern auch eine immense Veränderung Einzug in den Schulalltag der NAO-Schule halten wird. Die Rede ist von dem so genannten „Lehrerraumprinzip“. Was früher noch Klassenräume waren, das sind nun Lehrerräume. Und im Prinzip ist diese neue Form ganz einfach.

Anstatt dass der Lehrer zu den Schülern kommt (-> wie beim alt eingesessenen Klassenraumprinzip), kommen nun die Schüler zum Lehrer. Jeder Lehrer hat seinen eigenen Raum, den er sich entsprechend einrichten und gestalten kann. Aber welche Vorteile sollte das konkret bringen? Fragt man zum Beispiel Sven Klose, Mitglied der Planungsgruppe Lehrerraumprinzip, bekommt man als allererstes folgende Antwort: „Durch das Lehrerraumprinzip kann starker Vandalismus nachweislich erfolgreich eingedämmt werden. Und das aus einem ganz einfachen Grund. Die Schülerinnen und Schüler sind nicht mehr unbeaufsichtigt und können so den Klassenraum nicht mehr „zerstören“, so wie es in den vergangen Jahren zum Teil der Fall war. „Ein weiterer wesentlicher Vorteil, so Klose, ist dass der Lehrer die Phasen zwischen 2 Stunden besser nutzen kann, um zum Beispiel die nachfolgende Stunde vorzubereiten.“  Dadurch verbessert sich die Unterrichtsqualität maßgeblich. Das bestätigt auch Stefanie Hagner. Im Rahmen der Planung dieses Projekts fuhr sie im Voraus mit einigen Kollegen in eine Schule nach Linz am Rhein, wo dieses Prinzip schon seit einigen Jahren erfolgreich durchgeführt wird, um Erfahrungen für die Umsetzung an unserer Schule zu sammeln

Ein mehr oder weniger großes Problem könnte allerdings sein, dass während des Stundenwechsels ein Chaos auf den Fluren ausbrechen könnte. Die Sorge ist außerdem, dass das Zuspätkommen der Schüler zum Normalfall werden könnte, da sie den Raum „nicht finden“ oder ähnliches. Doch auch dafür gibt es schon Lösungen. Zum Beispiel wird es drei Minuten vor Ende der Stunde ein Klingelzeichen geben, das signalisiert, dass die Schüler nun in den anderen Raum wechseln sollen, außerdem werden im gesamten Schulgebäude Wegweiser ausgehängt.  Eine weitere Vereinfachung für die Schüler ist, dass es sogenannte „Fachinseln“ geben wird,  in denen sich die Räume vieler Lehrer eines Faches zusammenfinden. In jedem Lehrerraum, können die Lehrer nun ihre persönlichen Lernmaterialien sammeln. So muss zum Beispiel der Erdkundelehrer nicht mehr jede Stunde sämtliche Atlanten holen, sondern hat diese ständig in seinem Raum. Dies gilt natürlich auch für sämtliche Arbeitsmaterialien, seien es Arbeitsblätter, Bücher, Beamer und ähnliches, welche nun von jedem Lehrer zwecks seiner eigenen Bedürfnisse in seinem Raum gelagert werden können.

Weitergehend wird es nun für jeden Schüler Spinde geben, da nun der Klassenraum als Aufbewahrungsort für Schulranzen und so weiter wegfällt. Die Spinde werden im ganzen Schulgebäude verteilt stehen und können für 1,89€ pro Monat bei der Firma AstraDirekt angemietet werden. So ist der Verbleib von Schultaschen und Materialien auch in den Pausen gesichert.

Trotzallem ist das Ganze vorläufig erst mal als „Beta-Version“ geplant, denn am Ende des Schuljahres wird es zu einer Umfrage zwischen allen Schülern, Eltern und Lehrern kommen. Sollte bei dieser Abstimmung nicht die Mehrheit dem  Projekt „Lehrerraumprinzip“ positiv gegenüber stehen, wird zum Schuljahr 2014/2015 alles wieder rückgängig gemacht. Doch bis dahin bleibt auf gutes Gelingen zu hoffen.  –jz-