Deutschen Bundesbank im Sozialkunde-Lk

Besuch von Frau Ferrara von der Deutschen Bundesbank im Sozialkunde-Lk

Wir wirkt sich Geldpolitik auf unseren Alltag aus?

Frau Ferrara besuchte den Sozialkunde-LK von Frau Wollschlag und erklärte, wie sich Geldpolitik auf uns Bürger auswirkt und welche Aufgaben die Deutsche Bundesbank hat.

Das Hauptziel der Geldpolitik des Eurosystems, dem auch die Deutsche Bundesbank angehört, ist es, Preisstabilität zu gewährleisten. Dafür ist die Deutsche Bundesbank als Zentralbank in Deutschland  zuständig. Sie ist die ,,Bank der Banken“. Dies bedeutet, dass sie Banken unterstützt und in Notfällen zur Seite steht. Die Zentralbank versorgt die Geschäftsbanken mit Geld. Sie ist von der Geschäftsbank zu unterscheiden, weil Geschäftsbanken für das Privatkundengeschäft und das Geschäftskundengeschäft zuständig sind. Das Ziel der Geschäftsbanken ist Gewinnmaximierung.

Die Deutsche Bundesbank kontrolliert, dass keine falschen Banknoten in den Zahlungsverkehr Umlauf finden. Sind die Banknoten verdreckt oder reißen ein, werden sie aus dem Zahlungsverkehr genommen, zerstört und neu gedruckt, um die wichtigen Sicherheitsmerkmale erkennbar zu machen. Die Kerngeschäftsfelder der Deutschen Bundesbank sind die Kontrolle von Bargeld, Kontrolle und Durchführung von unbaren Zahlungsverkehr (Kartenzahlung oder Online-Banking), Finanz- und Währungsstabilität, Bankenaufsicht, Zahlungsverkehr und die Geldpolitik.

Für das Euro-Währungsgebiet ist die Preisstabilität das wichtigste Thema. Diese wird anhand des HVPI (Harmonisierter Verbraucherpreisindex) gemessen und soll gegenüber dem Vorjahr ,,unter, aber nahe 2%“ liegen. Sollte dies nicht gelingen, kann eine Inflation oder eine Deflation die Folge sein. Bei der Inflation wird der Leitzins erhöht und die Preise steigen. Bei einer Deflation kann der Leitzins bis auf 0% gesenkt werden. Die Nachfrage und Preise sinken. Eine Deflation wirkt sich jedoch negativ auf die Betriebe aus, da Menschen weniger investieren und ihre Einkäufe aufschieben. Unternehmen machen weniger bis keine Gewinne. Arbeitnehmer werden entlassen und die Löhne werden gesenkt, um eine Insolvenz zu umgehen. Bei der Hyperinflation in Deutschland wurde zu viel Geld gedruckt, um somit den Staat zu versorgen. Im Jahr 1922 herrschte eine Hyperinflation mit einer Inflationsrate von 300%.  Der Geldwert sank und der Tauschhandel begann.

Deshalb die Frage: Wieso kann die Preisstabilität nicht 0% betragen? Bei 0% können Kalkulationsfehler u. a. durch Subventionseffekte entstehen. Die Europäische Zentralbank (EZB) will daher immer einen Sicherheitsabstand zur Deflation.                                                                                                       

Die Zentralbank vergibt Kredite an die Geschäftsbanken und bekommt dadurch Zinsen in Höhe des Leitzinses. Die Geschäftsbanken geben diese Kredite weiter an die Privatkunden und bekommen dadurch ebenfalls Zinsen. Da das Ziel die Gewinnmaximierung ist, beträgt von der Geschäftsbank geforderter Zins mehr als der Leitzins der Zentralbank.

In der Geldpolitik unterscheidet man in ,,traditionelle Geldpolitik“ und der ,,unkonventionellen Geldpolitik“. In der traditionellen Geldpolitik sind eine Mindestreserve, Offenmarktgeschäfte und ständige Fazilitäten ausschlaggebend. Offenmarktgeschäfte laufen durch das Hauptrefinanzierungsgeschäft. Dabei gibt das Eurosystem kurzfristige Kredite an Banken und erzielt dadurch Geld durch Zinsen. Die Banken kontrollieren die Sicherheit bei der Kreditvergabe und erzielen durch höhere Zinsen Gewinne.

Zur unkonventionellen Geldpolitik gehören die Ankaufprogramme von Staatsanleihen durch das Eurosystem. Das bedeutet, dass die nationalen Zentralbanken des Eurosystems Staatsanleihen ihres Landes auf dem Sekundärmarkt kaufen.

Das Problem dabei ist, dass monetäre Staatsfinanzierung eigentlich verboten ist. Der EuGH hat aber entschieden, dass der Ankauf der nationalen Zentralbank von Staatsanleihen ihres eigenen Landes erlaubt ist. Die Haftung für ausländische Staatschulden ist verboten.

Bericht zum Vortrag ,,Wie wirkt sich die Geldpolitik auf meinem Alltag aus?“ von Lisa Ferrara

Janina Richter und Viviane Sperlich