Pädagogisches Konzept

PÄDAGOGISCHES KONZEPT 

der Nicolaus-August-Otto-Schule Nastätten

Stand 09.11.2016

 

Die Nicolaus-August-Otto-Schule ist eine weiterführende Schule, die modern und zeitgemäß ihren pädagogischen Auftrag erfüllt. Sie bietet langes gemeinsames Lernen, wobei die Art des Abschlusses lange offen ist. Jede Schülerin/ jeder Schüler wird bei uns entsprechend ihren/seinen Neigungen und Fähigkeiten gefordert und gefördert.

Die Integrierte Gesamtschule bietet allen den bestmöglichen Schulabschluss von der Berufsreife über den Qualifizierten Sekundarabschluss I bis hin zur Fachhochschulreife (schulischer Teil) und dem Abitur. Die Oberstufe (MSS) befindet sich im Aufbau; das erste Abitur kann im Frühjahr 2018 erworben werden.

Unser pädagogisches Konzept gibt eine Antwort auf die sich ständig wandelnde Gesellschaft. Wir stellen uns den aktuellen Anforderungen an Schule. Dazu gehört unseren Schülerinnen und Schülern Bildungschancen zu eröffnen, egal welche sozialen oder intellektuellen Voraussetzungen vorliegen.

Unsere Leitidee, die sich wie ein roter Faden durch unsere schulische Arbeit zieht und die sich an vielen Stellen unseres pädagogischen Konzepts konkret wiederfindet, lautet:

Individuell

      Gemeinsam

            Stark

INDIVIDUELL fördern und fordern wir die Kinder und Jugendlichen an unserer Schule ganz nach ihren Begabungen und Fähigkeiten.

GEMEINSAM lernen die Schülerinnen und Schüler innerhalb eines Jahrgangs möglichst lange voneinander und miteinander.

STARKe Persönlichkeiten sollen unsere Schule verlassen, die wissen, welche berufliche oder schulische Laufbahn sie einschlagen.

 

Kinder zu erziehen und ihnen optimale Entwicklungschancen zu bieten bedeutet, dem ganzen Menschen zu begegnen. In vielfältiger Weise stehen an unserer Schule dazu Möglichkeiten zur Verfügung, unser pädagogisches Konzept gibt dem Erziehungsauftrag der Schule auf der Grundlage der rheinlandpfälzischen Schulordnung eine verbindliche Struktur.

Dabei unterstützt uns auch unsere moderne Gebäudeausstattung, die beispielsweise bei den naturwissenschaftlichen Räumen hervorragende Bedingungen für den Erwerb von verschiedenen Fähigkeiten bietet.

Der Erwerb zentraler Kompetenzen steht im Mittelpunkt unserer Bildungsarbeit.

Es gilt entsprechend der gültigen Stundentafel, die Schülerinnen und Schüler auf das Leben vorzubereiten. Dazu ist es notwendig, dass sie an unserer Schule unterschiedliche Kompetenzen erwerben.

FACHKOMPETENZ

Großen Raum nimmt die Vermittlung von Fachkompetenzen ein, die in den verschiedenen Fächern erworben werden. Diese bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Ausbildung oder ein erfolgreiches Studium.

In schuleigenen Arbeitsplänen, die sich eng an den Lehrplänen orientieren, wird für jede Jahrgangsstufe festgelegt, was gelernt werden soll. Hierbei wird auch sichergestellt, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur auf eine Ausbildung, sondern auch auf einen Besuch der Oberstufe bestens vorbereitet sind.

METHODENKOMPETENZ

Außerdem legen wir besonderen Wert auf den Erwerb von verschiedenen Methodenkompetenzen, so dass die Kinder und Jugendlichen vor allem lernen zu lernen. Aber auch das Präsentieren, Referieren oder Protokollieren gehören beispielsweise in diesen Bereich.

Ein schuleigenes Methodencurriculum gibt verbindlich vor, welche Methoden in welchem Schuljahr überwiegend eingeübt werden.

SOZIALKOMPETENZ

Das Miteinander von knapp 800 Schülerinnen und Schülern und ca. 70 Lehrkräften verlangt ein hohes Maß an Sozialkompetenz, die im Alltag durch das Vorleben von Werten immer wieder eingeübt wird. Diese Werte, wie Ehrlichkeit, Respekt, Höflichkeit, Toleranz und Weltoffenheit, prägen unsere Schulgemeinschaft.

Erlebnispädagogische Projekte und die Zusammenarbeit mit dem Jugendhaus „Hahnenmühle“ helfen, den anderen und sich selbst zu akzeptieren. Erfolgreich unterstützt werden wir auch durch die schuleigene Sozialarbeiterin.

MEDIENKOMPETENZ

Der exponentielle Zuwachs an Wissen, die Informationsflut durch die Medien und die zunehmende Bedeutung digitalisierter Kommunikation erfordern Medienkompetenz. An der Nicolaus-August-Otto-Schule unterstützen wir die Schülerinnen und Schüler durch die Möglichkeit, den Europäischen Computerführerschein (ECDL) zu erwerben, und wir stärken den verantwortungsvollen Umgang mit Handy, Internet und Computer durch Medienscouts an der Schule.

 

Weitere Bausteine tragen zur erfolgreichen Umsetzung des pädagogischen Konzepts unserer Schule bei.

SCHWERPUNKTSCHULE

Als Schwerpunktschule hat die IGS Nastätten einen besonderen Förderauftrag.

Ziel ist das gemeinsame Leben und Lernen aller Kinder und Jugendlichen in einer Schule; im gemeinsamen Unterricht werden alle Schülerinnen und Schüler in ihrer Unterschiedlichkeit gefördert und gefordert.

GANZTAG

Der Ganztagsbereich ist ein weiterer wichtiger pädagogischer Baustein im Konzept unserer Schule. Die Schülerinnen und Schüler werden nach einem ausgewogenen Essen in unserer Mensa am Nachmittag nicht nur in den Lernzeiten bei den Hausaufgaben und beim Lernen unterstützt, sondern auch durch entsprechende Fachlehrer gefördert und gefordert. Dabei helfen zusätzlich ältere Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Projektes „Schüler helfen Schülern“ den jüngeren bei den zu erledigenden Aufgaben. Darüber hinaus können die Kinder und Jugendlichen im Ganztag in verschiedenen Projekten und Arbeitsgemeinschaften ihren Interessen nachgehen.

PROFILKLASSEN

Eltern können ihre Kinder in der 5. Klasse für eine sogenannte Profilklasse anmelden. Profilklassen erhalten in der Regel für die Dauer von zwei bis drei Jahren zu einem bestimmten Schwerpunkt Unterricht. In besonderer Weise kommen die Kinder hier in Kontakt mit Arbeitsweisen, Methoden und Erfahrungen, die sonst nicht in diesem Umfang möglich wären. Die Schule bietet jedes Jahr wechselnd zu einem Gebiet eine Profilklasse an. Schwerpunkte kommen aus dem musisch-künstlerischen, dem naturwissenschaftlichen oder dem sportlichen Bereich. Bisher konnten Chorklassen, eine Bläserklasse, Forscherklassen und eine Darstellendes-Spiel-Klasse angeboten werden.

BERUFSORIENTIERUNG

Um unsere Schülerinnen und Schüler auch bestmöglich auf die Zeit nach der Schule vorzubereiten, bieten wir eine breit aufgestellte Berufsorientierung an, die von unserem Berufswahlkoordinator organisiert wird. Dabei gibt es neben kompetenter Beratung, die zusätzlich auch durch externe Fachleute stattfindet, mehrere Praktika, eine Ausbildungsmesse, eine Berufswahl-AG und ein Bewerbertraining. Zudem sind in verschiedenen Fächern die Themen Bewerbung und Arbeitswelt Bestandteil des Unterrichts.

Auch in der Oberstufe stellt die Berufsorientierung einen wesentlichen Konzeptbaustein dar.

ARBEITSGEMEINSCHAFTEN

Das vielfältige Angebot der Arbeitsgemeinschaften vom musischen, künstlerischen, über den naturwissenschaftlichen bis hin zum sportlichen und handwerklichen Bereich kann natürlich von allen Schülerinnen und Schülern wahrgenommen werden.

ZUSAMMENARBEIT mit Eltern und Schülern

Bei der Gestaltung des schulischen Lebens legen wir Wert auf intensive und aktive Zusammenarbeit mit den Eltern. Im konstruktiven und vertrauensvollen Miteinander zwischen Elternhaus und Schule gelingt es am besten, die Kinder und Jugendlichen auf ihrem Weg zu unterstützen.

Ebenso legen wir Wert auf eine intensive und aktive Einbeziehung der Schülerinnen und Schüler bei der Gestaltung des schulischen Lebens.

 

 

FÖRDERUNTERRICHT in Deutsch, Englisch und Mathematik

In den drei Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathematik werden die Kinder in der 5. und 6. Klasse, in Englisch auch noch in der 7. und 8. Jahrgangsstufe durch Förderunterricht im besonderen Maße unterstützt. Hier wird in kleinen Gruppen mit Schülerinnen und Schülern und entsprechenden Fördermaterialien gearbeitet, um fachliche Probleme gezielt aufzuarbeiten.

 

Wie insbesondere der Unterricht, die Kernaufgabe der Schule, über die Klassen und Jahrgangsstufen hinweg organisiert ist, soll im Folgenden genauer dargelegt werden.

HETEROGENITÄT UND DIFFERENZIERUNGKONZEPTE

Die Zusammensetzung unserer Schülerschaft ist, wie an jeder IGS, geprägt durch eine große Heterogenität; an unserer Schule werden Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft, Begabung und Neigung unterrichtet. Eine IGS ist eine integrierende Schulform.

Den Umgang mit der Heterogenität sehen wir als eine unserer wichtigsten Aufgaben;                                                                                                               wir haben Differenzierungskonzepte entwickelt, die in die schulinternen Arbeitspläne eingearbeitet sind und regelmäßig evaluiert und weiterentwickelt werden.

BINNENDIFFERENZIERUNG – Differenzierung im Klassenverband

In der Orientierungsstufe findet Binnendifferenzierung statt. Das bedeutet, dass der Unterricht im Klassenverband stattfindet. Die Gestaltung des Unterrichts, z.B. die Lernmaterialien, sind so ausgelegt, dass verschiedene Niveaustufen angesprochen werden.

In der Regel wird die Hälfte der Wochenstunden in den Hauptfächern von zwei Lehrern unterrichtet (Doppelbesetzung).

FACHLEISTUNGSDIFFERENZIERUNG – leistungsbezogene Kursbildung

Nach der Orientierungsstufe wird den unterschiedlichen Fähigkeiten und Begabungen der Schülerinnen und Schüler durch leistungsbezogene Kursbildung Rechnung getragen.

Sie findet auf zwei Leistungsniveaus (Grund-und Erweiterungskurse) statt, und zwar ab Klassenstufe 7 in Deutsch, Englisch und Mathematik, zusätzlich ab Klassenstufe 9 in den naturwissenschaftlichen Fächern sowie ab Klassenstufe 8 in der zweiten Fremdsprache Französisch.

Insbesondere die Erweiterungskurse bereiten die Schülerinnen und Schüler auf einen Besuch der Oberstufe vor.

NEIGUNGSDIFFERENZIERUNG – Wahlpflichtfachbereich

Ab Klassenstufe 6 können die Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Neigung und ihrer Begabung im Wahlpflichtfachbereich aus einem breiten Angebot ihren Schwerpunkt setzen:

  • 2. Fremdsprache Französisch
  • Bildungsübergreifende Wahlpflichtfächer
  • Wirtschaft und Arbeitswelt
  • Naturwissenschaften und Technik
  • Haushalt und Soziales
  • Sport und Gesundheit
  • Darstellendes Spiel

 

Für die unterrichtliche Arbeit und Organisation gelten folgende Eckpunkte mit gewissen Einschränkungen für alle Fächer in der Sekundarstufe I; fachspezifische Unterschiede können der Homepage bzw. den entsprechenden Broschüren entnommen werden.   

PARALLELES ARBEITEN

In jeder Klassenstufe wird parallel unterrichtet. Als Grundlage dient jeweils ein schulinterner Arbeitsplan. Alle Klassenarbeiten werden parallel (als Vergleichsarbeiten) geschrieben und können zum Teil unter bestimmten Bedingungen wiederholt werden.

Auch in den differenzierten Kursen wird parallel auf den unterschiedlichen Niveaustufen unterrichtet, so dass zum einen sichergestellt wird, dass die Schülerinnen und Schüler zwischen den Kursen wechseln können und zum anderen ermöglicht wird, dass von der fünften bis zur zehnten Klasse ein fester Klassenverband besteht.

LERNTAGEBUCH

Die Schülerinnen und Schüler dokumentieren ihren Lernfortschritt im Lerntagebuch.

Lehrer und Eltern kontrollieren und hinterfragen die Aufzeichnungen. Anhand dieser beraten und unterstützen die Lehrerinnen und Lehrer auch die Schülerinnen und Schüler bei ihrer schulischen Entwicklung.

Das Lerntagebuch dient zudem als Kommunikationsmittel zwischen Schule und Elternhaus.

VERBALBEURTEILUNG

Um den individuellen Lernfortschritt besser zum Ausdruck bringen zu können, wird in den Klassenstufen 5 – 8 eine Verbalbeurteilung geschrieben.

Daher entfallen die Noten für „Mitarbeit“ und „Verhalten“.

Diese ist fester Bestandteil des Zeugnisses; sie wird in Form eines persönlichen Briefes an jede Schülerin/jeden Schüler gerichtet und informiert diese und deren Eltern über

  • individuelles Lernverhalten,
  • individuelle fachliche Lernfortschritte und -schwierigkeiten,
  • besondere individuelle Stärken,
  • soziale Lernprozesse innerhalb und außerhalb des Unterrichts.

Ab der Klassenstufe 8 wird die Verbalbeurteilung um die sogenannte Prognose ergänzt, die auch in der 9. und 10. Klasse erstellt wird. Sie gibt Auskunft darüber, welche Schullaufbahn bzw. welcher Abschluss beim aktuellen Notenbild möglich ist.

 

Nach der 10. Klasse können die Jugendlichen bei uns auch die Sekundarstufe II (Mainzer Studienstufe) besuchen.

OBERSTUFE

Organisiert ist die Oberstufe, wie im Land Rheinland-Pfalz üblich, nach der Mainzer Studienstufe mit Grund- und Leistungskursen. Außerdem gewährleisten wir durch eine Integrationsfahrt zu Beginn der 11. Jahrgangsstufe und durch das verbindliche Methodencurriculum nicht nur gleiche Chancen für alle, sondern auch eine hervorragende Vorbereitung auf Studium und Ausbildung.    

SCHULSSWORT  UND WEITERE HINWEISE

Unsere Lehrerinnen und Lehrer arbeiten professionell und engagiert. Durch Teamarbeit, Vernetzung, Teilnahme an Fortbildungen und ständige Evaluation der Arbeit entwickeln wir uns weiter. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern sowie den Eltern möchten wir eine starke Schule sein, die starke Persönlichkeiten hervorbringt.

Weitere und nähere Informationen können den Informationsbroschüren (Sekundarstufe I, Oberstufe, Berufsorientierung, Wahlpflichtfächer) und unserer Homepage (www.igs-nastaetten.de) entnommen werden.